«Die Stärken der Altstädte gemeinsam weiterentwickeln, vom Wissen und den Erfahrungen aller profitieren, die Entwicklung gemeinsam angehen, das wird zu guten und nachhaltigen Resultaten führen.» 

Mit dem Ziel, die gemeinsame Förderung und Stärkung der Altstädte im Kanton Aargau an die Hand zu nehmen, wurde im Juni 2015 in Lenzburg der Verein Aargauer Altstädte gegründet. Mitglieder des Vereins sind alle zwölf Aargauer Altstädte und der ehemalige Marktflecken Bad Zurzach.
Magazin

10 Jahre IG Aargauer Altstädte

Die Interessengemeinschaft Aargauer Altstädte besteht seit zehn Jahren. Aus diesem Anlass wurde in Zusammenarbeit mit den Städten ein Magazin erstellt.

PDF 10 Jahre IG Aargauer Altstädte

Aktuell

Grossveranstaltungen im Herzen der Stadt - Segen oder Fluch?

Im Rahmen des Erfahrungsaustausches zum City-Management haben sich Vertretungen der Aargauer Städte und Zuständige im Bewilligungsverfahren zu einem Workshop getroffen. Dabei wurden Antworten auf die Frage gesucht, ob Gross-Events in den Innen- und Altstädten sinnvoll sind und wie das lokale Gewerbe miteinbezogen werden kann. 

Die Innenstädte boomen bei Events, doch der Unmut wächst. Zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und verstopften Gassen zeigt sich: Grossevents sind nur dann sinnvoll, wenn sie die lokale Bevölkerung und Wirtschaft nicht vom Platz verdrängen. Ob Public Viewings, Musikfestivals oder grosse Sportanlässe – Grossevents verwandeln urbane Zentren regelmässig in lebendige Festmeilen. Für die Städte sind solche Grossanlässe auch eine Visitenkarte. Sie bringen Besucherinnen und Besucher in die Gassen und auf die Plätze.

Wo Licht ist, fällt auch Lärm
Doch die Medaille hat eine Kehrseite. Für die ansässige Bevölkerung bedeuten die Festtage oft den Ausnahmezustand. Dröhnende Bässe bis tief in die Nacht, bergeweise Müll vor der Haustür und gesperrte Verkehrsachsen strapazieren die Nerven der Anwohnenden massiv. Hinzu kommt der logistische Kollaps: Wenn der öffentliche Verkehr umgeleitet wird und Lieferanten nicht mehr durchkommen, wird der Alltag blockiert. Auch der reguläre Facheinzelhandel leidet oft, da die klassische Stammkundschaft die überfüllte Innenstadt während des Events meidet. 

Lokales Gewerbe ins Boot holen
Damit ein Grossevent langfristig auf Akzeptanz stösst, darf die lokale Wirtschaft nicht zum reinen Zuschauer degradiert werden. Erfolgreiche Veranstalter setzen daher auf eine konsequente Einbindung regionaler Akteure. Das bedeutet: Vorrang für einheimische Gastronomen und Marktfahrer bei der Standvergabe statt der Buchung internationaler Catering-Riesen. 

Grundlage des Workshops der IG Aargauer Altstädte bildete ein Referat von Dr. Josephine Clausen, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ebp AG. Sie hat Bedeutung und Wertschöpfung einiger Anlässe in der Vergangenheit untersucht und ihre Erfahrungen aus den Berichten vermittelt. Bei einem Round-Table-Gespräch erörterten die Anwesenden Möglichkeiten, bereits im Bewilligungsverfahren Anliegen der Städte abzufragen und zu prüfen. Daraus ergeben sich Empfehlungen, welche den Städten zur eigenen Verwertung zur Verfügung gestellt werden. 

Fazit: Grossevents in der Innenstadt sind dann sinnvoll, wenn sie keine Fremdkörper bleiben. Nur wer die Bedürfnisse der Menschen vor Ort respektiert und die Wertschöpfung in der Region belässt, schafft ein Volksfest, das von allen getragen wird.

Zum Workshop 26.6.2026

Referentin Josephine Clausen im Gespräch mit alt Regierungsrat Peter C. Beyeler, Präsident der IG Aargauer Altstädte.

Einbindung des lokalen Gewerbes und regionaler Lieferanten: Workshop der Teilnehmenden aus den Aargauer Städten.