«Die Stärken der Altstädte gemeinsam weiterentwickeln, vom Wissen und den Erfahrungen aller profitieren, die Entwicklung gemeinsam angehen, das wird zu guten und nachhaltigen Resultaten führen.»
Mit dem Ziel, die gemeinsame Förderung und Stärkung der Altstädte im Kanton Aargau an die Hand zu nehmen, wurde im Juni 2015 in Lenzburg der Verein Aargauer Altstädte gegründet. Mitglieder des Vereins sind alle zwölf Aargauer Altstädte und der ehemalige Marktflecken Bad Zurzach.
Magazin
10 Jahre IG Aargauer Altstädte
Die Interessengemeinschaft Aargauer Altstädte besteht seit zehn Jahren. Aus diesem Anlass wurde in Zusammenarbeit mit den Städten ein Magazin erstellt.
Aktuell
Sickerbrunnen und Schwammstadt – Beispiele wie es funktioniert
Hitze, Trockenheit und Starkregen stellen Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen. Das Schwammstadt-Prinzip und Sickerbrunnen zeigen, wie Regen- und Quellwasser genutzt und Siedlungsräume klimaangepasst gestaltet werden können. Die IG Aargauer Altstädte hat dazu in Zofingen einen Workshop durchgeführt.
Die IG Aargauer Altstädte bieten regelmässig Workshops mit Input-Referaten und Austausch unter Fachleuten aus den Aargauer Städten an. Das Treffen in der Zofinger Altstadt zum Thema «Stadtklimakonzepte» wurde auf dem Rundgang zu den Sickerbrunnen bildhaft überrascht vom Unwetter mit Windböen und Starkregen. Jonas Stöckli, Projektleiter beim Tiefbauamt Zofingen, führte die Gruppe auf verschiedene, entsiegelte Plätze mit Brunnen und Bäumen, die, wenn vorhanden, mit dem natürlichen Wasserkreislauf von Regen und Quellwasser aus den Brunnen versorgt werden. In Zofingen gibt es 50 Brunnen, davon 21 in der Altstadt. Aktuell sind 17 Brunnen mit Versickerungsanlagen und Trennschacht sowie entsprechenden Erdschichten für die gute Verwurzelung versehen. Dadurch ist es möglich, im Schacht die Weiche für die Ableitung des Wassers zur Versickerung oder in die Kanalisation zu steuern. Weiter zeigten Massnahmen auf dem Kirchplatz und beim Bahnhof, wie Siedlungsräume individuell und angepasst gestaltet werden können. 2025 gewann Zofingen den Naturpreis des Kantons Aargau für Massnahmen zu Biodiversität und Klimaanpassung.
Schwammstadt: Ja, wenn . . .
Alain Bertschy, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, gab im zweiten Teil des Workshops Antworten auf die Frage, ob das Schwammstadt-Prinzip ein Schlüssel für klimaangepasste Städte und Gemeinden sei. Nach der Darstellung der klimatischen Entwicklungen legte er Bedeutung und Wirkung der Schwammstadt dar und zeigte beeindruckende Beispiele aus verschiedenen Städten. Ja, das Schwammstadt-Prinzip sei eine Lösung, wenn Bausteine dazu nicht isoliert, sondern als Gesamtsystem gedacht werden, Bäume, Grünflächen, sickerfähige Beläge und ausreichend dimensionierte Wurzelräume miteinander vernetzt sind, Regenwasser zurückgehalten, versickert, gespeichert und weitergeleitet wird und das Wasser als Kaskade durch verschiedene Elemente fliesst und mehrfach genutzt werden kann. «Die Wirkung der Schwammstadt entsteht nicht durch einzelne Massnahmen, sondern durch das Zusammenspiel vieler Bausteine zu einem durchgängigen Wasserkreislauf».
Nach eingehender Diskussion unter den Teilnehmenden aus den Aargauer Städten stand fest: Das Thema Stadtklimakonzepte bleibt weiterhin auf der Aufgabenliste der IG Aargauer Altstädte.

Gegensätze auf einen Blick: Eine Station auf dem Rundgang durch die Zofinger Altstadt.

Mobile Bepflanzung auf dem Bahnhofplatz mit gesteuerter Bewässung.

